Cedist
Info
e-mail
newsletter
Termine
Jahrgänge
Historie
Bilder
Anekdoten
Suchen/Finden
Schülerzeitung
Links
Gästebücher
impressum

online seit 31.1.2001

Gratis Counter mit Topliste 
Gratis Counter mit Topliste von uitz.net  
Anekdoten 7

Dr. Friedrich Rau

Unser seliger Dr. Rau war mir schon als Unterstufenschüler aufgefallen, als unsere Klasse noch keinen Unterricht bei ihm hatte. Dies lag zu einem nicht unerheblichen Teil an seinem – im wahrsten Sinne des Wortes – Charakterkopf, der ihm dann auch seinen Spitznamen “Geier“ einbringen sollte, als er dann in der Mittelstufe unserer Klassenlehrer wurde. Aber auch im evangelischen Schulgottesdienst (ja, das gab es damals wirklich regelmäßig) war mir Herr Rau schon sehr früh aufgefallen, weil er meist in der Reihe vor uns saß und mit kräftiger Stimme die Lieder sang.

Herr Rau ist mir als ein grundgütiger Mensch in Erinnerung geblieben, der mit uns Mittelstufenschülern in einer väterlichen Art umging, fürsorglich, doch mitunter auch unerwartet streng. Denn auch er hatte ab und zu mal Launen. Er war offenbar ein reiselustiger Mann gewesen – abgesehen von unseren Klassenfahrten nach Münster, Frankfurt und ins Schullandheim nach Unnau  reiste er privat ebenfalls und hielt seine Erlebnisse in Diaaufnahmen fest, die er uns, wenn wir anlässlich von Klassenfahrten in seinem “Gewahrsam“ waren, an langen Diaabenden vorstellte (Bei den meisten von uns waren diese laaangen Abende zwar berüchtigt, doch ich fand sie seinerzeit schon durchaus interessant).

Wer der Spitznamen “Geier“ seinerzeit geprägt hatte, habe ich nie erfahren; vielleicht haben ihn sogar frühere Jahrgänge an uns weiter gereicht. Jedenfalls war der Spitzname Auslöser so mancher Anekdote, wie von den beiden folgenden hier.

Unsere Klasse war auf Klassenfahrt in Münster. Zum Pflichtprogramm gehörte natürlich auch ein Zoobesuch. Unsere Klasse löste sich in diverse Gruppen auf und ging auf “Expedition  in’s Tierreich“.Ein Grüppchen war dabei am Greifvogelgehege angekommen. Laut las ein Klassenkamerad, was da so als Inhalt vertreten war: “Ein Gänsegeier, ein Bartgeier……..Da könnten wir unseren Fritz doch auch gleich reinstecken!“  Kaum gesagt, kam eine gestrenge Stimme aus dem Hintergrund: “Klimmeck, komm mal her….!“

Von einer Klassenfahrt zurückkehrend, stiegen wir auf dem alten Wiesdorfer Bahnhof aus dem Zug. Auf dem Bahnsteig hatten sich schon mehrere Eltern versammelt. Ein Vater machte zielsicher unseren Klassenlehrer aus und ging zu ihm hin, um ihn persönlich zu begrüßen: “Guten Tag Herr Geier!“  -   “Entschuldigen Sie bitte, aber mein Name ist Rau!“

Klaus-Dieter Wolk (Abi Jahrgang 73 )

Anekdoten von Herrn Rau, zweiter Teil

In unserer Klasse hatten wir Zwillinge, eineiige, die Gebrüder Lommel. Sie sahen einander unheimlich ähnlich (besonders der eine…).Eines Tages fehlte einer von ihnen. Bei der Anwesenheitskontrolle stutze daraufhin unser guter Dr. Rau und es rutschte ihm (vollen Ernstes) die Frage heraus: “Nanu – sind Sie es, Herr Lommel, oder Ihr Bruder?“ Unser Gelächter kann man sich vorstellen!

Unser Klassenlehrer Herrn Rau unterrichtete uns auch in Englisch. Für eine Zeit hatten wir einen jungen englischen Austauschlehrer bei uns zu Gast, sein Name war Roger Bickle, wenn ich mich recht erinnere. Er kam aus Nordengland, was seine Aussprache sofort verriet. Als er in einer Englischstunde bei uns war, erzählte (natürlich in englisch) Herr Rau ihm unter Anderem auch von einer seiner Klassenfahrten, bei der er mit seinen Schülern in München gewesen war. Man habe dort viele Sehenswürdigkeiten besichtigt und sogar das große Werk von “Bi – eM – Wi“  besucht. Wir merkten diesen Lapsus sofort und konnten uns unser Lachen nicht verkneifen, worauf unser Doc sichtlich errötete….

Klaus-Dieter Wolk (Abi Jahrgang 1973)

 

Dipl.-Ing. Erwin Weichert

Dipl.-Ing. Erwin Weichert, alias DL3DJ (sein Amateurfunkrufzeichen), der Erfinder der FUNK-AG, gehört zweifellos zu dem illustren Kreis der merk-würdigen Lehrerpersönlichkeiten (in einem durchaus positiven Sinne), nicht zuletzt hat er mich in meiner beruflichen Richtung unbewusst beeinflusst (nicht den Beruf an sich, jedoch bei der Wahl der Fachrichtung) und ich habe von ihm sehr viel lernen können, wofür ich ihm heute noch dankbar bin.

Leider ist er schon seit einiger Zeit tot und seine Amateurfunkstation verstummt.

Die Erinnerung an ihn dürfte aber bei vielen von uns noch sehr lebendig sein, denn er war eine auffällige Lehrerpersönlichkeit, an der sich die Geister stritten, und die man zeitlebens wohl nicht vergisst.

Ohne Zweifel verstand er als Diplom-Ingenieur sein Metier und war somit insbesondere für das Fach Physik prädestiniert. In Physik, und besonders in der Elektrizitätslehre, konnte man bei ihm viel lernen, denn er war ein guter Didaktiker.

Alles hätte so schön sein können, wären da nicht mit unseren gegensätzlichen Ansichten von Ordnung und Disziplin zwei Welten aufeinander geprallt…

So war sein Ordnungssinn unübersehbar, nicht zuletzt deshalb, weil er seine persönlichen Sachen mit gelben Markierungen versah und meist mit Vermerk “Eigentum von“ und dann kam der Stempelaufdruck “Dipl.-Ing. Erwin Weichert“. Häufig bestand die Markierung aus einem gelben Isolierbandstreifen. (Ich möchte hier aber ausdrücklich klarstellen, dass die Uboote mit gelbem Streifen am Turm nicht  Eigentum von Herrn Weichert waren – so wurden damals bei der Marine Schulungsboote gekennzeichnet!)

Ordnung bedingte aber auch Disziplin und so war es für ihn undenkbar, dass wir Schüler kleckerweise in den Physikraum kamen. Nein – erst hieß “Sammeln“, und dann wurde in Reih’ und Glied hineinspaziert! Natürlich wurden von jedem Unterricht Stundenprotokolle geschrieben, jeder kam einmal dran. Sein Streben nach Ordnung und Disziplin führte denn auch regelmäßig zu Reibereien mit uns, wobei wir aber auch mitunter ein renitenter Haufen waren.

Einmal war das Fass wieder übergelaufen und es hieß: “So! Zur Strafe macht ihr alle ein Stundenprotokoll! Aber alle das gleiche!“ (Womit er gemeint hatte, dass es alle von dieser Stunde machen sollten). Nach der Stunde kam unser Klassensprecher zu mir (ich glaube, ich hatte ohnehin das reguläre Protokoll zu machen) und fragte mich, ob ich das Protokoll nicht auf Matritze schreiben könne (Fotokopieren war damals noch nicht so verbreitet, zur Vervielfältigung gab es damals das Verfahren mit Matritze, das so schön blassblaue, manchmal kryptische Kopien lieferte).

Nichts einfacher als das. So hatten wir dann zu Beginn der nächsten Physikstunde alle das gleiche Protokoll! Und sogar noch etwas mehr, denn unser Klassensprecher hatte gleich einen respektablen Stapel abgezogen. Ganz nach der Devise: Nicht kleckern, klotzen!

“Herr Weichert, hier ist unser Stundenprotokoll. Wieviel hätten Sie denn davon gerne?“

Herr Weichert nahm den Stapel entgegen, stopfte ihn in seine Tasche und ließ sich aber weiter nichts anmerken….

Klaus-Dieter Wolk (Abi Jahrgang 1973)

 

 

[Cedist] [Info] [e-mail] [newsletter] [Termine] [Jahrgänge] [Historie] [Bilder] [Anekdoten] [Suchen/Finden] [Schülerzeitung] [Links] [Gästebücher] [impressum]